The Quest For Redemption – German Essay

Immer wieder werde ich gefragt, was denn mit ,,The Quest For Redemption“ gemeint sei. Im folgenden möchte ich diese Frage zu beantworten versuchen.
,,Quest For Redemption“ bedeutet im Englischen soviel wie ,,Suche nach Erlösung“.
Doch wovon möchte ich erlöst werden?

Um das zu erklären muss ich kurz ein paar Angaben zu meiner Lebensrealität machen. Vielleicht erkennen sich manche von euch ja darin wieder.
Aufgewachsen bin ich in der Schwabenmetropole Stuttgart in einem wohlbehüteten und sorgenlosen Umfeld. Nie bin ich existentieller Not gegenüber gestanden.
Im Gegenteil der Überfluss war die Regel!
Zu den Mahlzeiten mischte sich eine unüberschaubare Auswahl an Süßigkeiten, vom Haribo-Goldbär über das Center-Shock bis hin zum Überraschungsei.
Ich konnte, wenn ich Lust zu spielen hatte, neben dem Fußball auch zu Lego-Robotern, Holzschwertern und Jump-and-Run Computerspielen greifen.
Wenn mir der Sinn nach einer ruhigeren Beschäftigung stand gab es immer das Fernsehn, die Comics und die Bücher.
Außerdem genoss ich auch das Privileg einer ausgiebigen Schulbildung.
Ich lernte über Chemie, Englisch und Geschichte und lernte dabei auch noch viele andere junge Menschen aus meiner Gegend kennen, mit denen ich mich nachmittags zum gemeinsamen Spielen, zum Kinobesuch oder einfach nur zum abhängen treffen konnte.
Nun fragt man sich zurecht: Wovon möchte dieser Mensch, der doch alles hat, wovon soviele Andere nur träumen können denn bitte erlöst werden ?!


Nun ja, paradoxerweise hat all der Wohlstand und Überfluss dazu beigetragen, ein Gefühl des Mangels zu schaffen.
Durch die Süßigkeiten verlernte ich zum Beispiel beim Essen auf den eigenen Hunger zu achten.
Auch das Spielzeug verlor schnell an Faszination wenn ich es erst ein paar Minuten in der Hand gehalten hatte.
(vgl. Bob Dylan – ,,It’s Alright Ma, I’m only Bleeding“ Verse 1
,,…the handmade blade, the child’s baloon eclipses both the sun and moon…“  
https://www.youtube.com/watch?v=mYajHZ4QUVM)
In der Schule wurde die Faszination und das Lernen schnell durch das Auswendiglernen von Fakten ersetzt. So wurden die Ideen, die hinter den Wörter stehen, unter einer geröllartigen Schicht aus Konzepten verschüttet.
Die Schule schaffte es manchmal sogar Freundschaft und Spiel durch Wettbewerbsgedanken und Eifersucht zu trüben.
Ganz davon abgesehen wieviel kreatives Potenzial durch ihre Zwänge unterbunden wurde. Oh welch Befreiung, als wir nach 13 Jahren Schule endlich singen konnten:
,,We don’t need no education!“
(vgl. Pink Floyd, „Another Brick in the Wall Part 2“ https://www.youtube.com/watch?v=BN5Z28Dfl7o)
All dies hat dazu beigetragen, dass ich mich nach all dieser Zeit trotz Wohlstands und Überfluss nicht wohl fühlte. Mir saß etwas im Rücken. Etwas dass man um Nietzsche aufzugreifen auch als ,,den Geist der Schwere“ bezeichnen könnte.
(vgl Friedrich Nietzsche, ,,Also Sprach Zararthustra“
https://www.youtube.com/watch?v=DlnPixMVdnE)
Der Geist der Schwere ist ein Schleier aus Gedanken und Gefühls-komplexen der zwischen mir und meiner Wahrnehmung liegt.
Er möchte beschreiben, benennen und verstehen – und er möchte besitzen.
Zudem fühlte ich etwas, was man als Entfremdung bezeichnen könnte, als ich mit Center-Shock im Mund und Bierflasche in der Hand durch die Natur lief.
Selbst nach geselligen Abenden und wunderschönen Liebesnächten wich die Dankbarkeit oft schnell einer niederdrückenden Trägheit, welche durchsetzt war mit Gedanken der Eifersucht und des Mißtrauens und vor der ich lieber schnell vor den Fernseher oder auf die nächste Party floh.
Es ist also zum einen die Entfremdung und zum anderen die Trägheit von der ich Erlösung suche. Doch wie kann man erlöst werden?

Ich möchte hier die Erlösung nicht als abstraktes religiöses Konzept, sondern als konkrete Handlungsmöglichkeit beschreiben.
Die Erlösung steht uns in jedem Augenblick unmittelbar zur Verfügung.
Sie liegt in Hingabe, Bewegung und Spiel.
Wir sind in dem Moment erlöst in dem wir uns über den Schleier aus Gedanken und Gefühls-komplexen erheben und einfach nur sind.
Es gilt sich von vielen Konzepten zu befreien die man in der Schule oder im Fernsehn gelernt hat.
Denn diese tragen doch meistens nur dazu bei den Verstand von dem Medium abzutrennen durch welches wir leben – nämlich dem Körper.
(vgl. Ken Wilber ,,Europäische Dissoziation“
http://www.integrale-psychotherapie.de/Resources/HandOut2006.pdf )
Es gilt die Wörter hinter sich zu lassen und wieder zu den Ideen vorzudringen welche diese zu beschreiben versuchen. Um es mit Bruce Lee zu sagen:
,,Don’t get caught up in the words – or you will miss all this heavenly beauty“
(vgl. Bruce Lee, „Enter the Dragon“ 1973)

Die Suche nach Erlösung führt also in den Moment, in dem wir wieder dastehen und aus vollem Herzen jauchzen: ,,Hurra, wir leben!“ !!

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